Ein anderer Blick auf die Plastikflut auf Langeoog

Unendlich viele Ü-Eier als Strandgut bringen sicherlich manchem Kind ein Lächeln ins Gesicht. Für die Natur im sensiblen Nationalpark Wattenmeer aber ist das einfach nur eine weitere große Belastung mit Plastikmüll, von dem unsere Nordsee sowieso schon viel zu viel in sich trägt. Ein solches Sturmunglück wie am 4. Januar, in welchem offenbar erneut 5 Container über Bord eines Frachters gegangen sind, aus denen jetzt Ü-Eier, Legosteine und vieles mehr in die Nordsee und an Langeoog Strand gespült werden, zeigt uns wieder einmal, wie schnell unsere Umwelt bedroht sein kann. Dabei sind die angeschwemmten Eier ja noch relativ gut wieder vom Strand zu entfernen. Doch all die Plastikeier, die nicht auf Langeoog angeschwemmt wurden, belasten das Ökosystem für mindestens 500 Jahre.

Und wir stehen vor weiteren Fragen: Beteiligt sich die verursachende Reederei an den Kosten für die unverzügliche Strandreinigung von den Eiern? Gibt sie zusätzlich eine großzügige Spende an Kindergarten und Schule der Insel, deren Kinder spontan so fleißig gesammelt haben, bevor die Überraschungseier und der übrige Müll von Wind und Flut wieder zurück ins Meer getragen werden konnten, um später in den Mägen von Walen und anderen Tieren wieder aufzutauchen?  Wie viele Container werden nach dem Weihnachtsorkan und dem Orkan vom 4. Januar noch von wie vielen Schiffen vermisst und bedrohen Schifffahrt und Umwelt? Was haben sie geladen, das vielleicht die Meeresumwelt noch weiter gefährdet?

Auf jeden Fall gebührt der Langeooger Kurverwaltung und den vielen ehren- und hauptamtlichen Helfer*innen, die den angetriebenen Müll eingesammelt haben und den Strand wieder reinigen, ein ganz großer Dank!

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2 Kommentare zu “Ein anderer Blick auf die Plastikflut auf Langeoog
  1. Daniela sagt:

    Danke für diesen Artikel, eine Sichtweise die viele tausende Menschen nicht sehen wollen zu der „Osterüberraschung“. Es ist aller unser Natur die wir auch hier wieder aufs Spiel setzen. Kostenoptimierung – Profitmaximierung auch bei Reederein, wo dann eben mal Container einfach so über Bord gehen. Ich hoffe bzw. fordere von der Reederei das sie Ihren Beitrag + Spende für den Aufwand zahlt. Dabei kann einer der grösseren Schaden eben nicht mit Geld beglichen werden … der bleibende Schaden an Natur und den Tieren.

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