Mehrweg fördern – Umweltabgabe auf Einweg

Pixelio / Kurt

Pixelio / Kurt

Nach der Ankündigung von Coca-Cola, aus Mehrweg auszusteigen und bei einem Teil des Sortiments verstärkt auf Einwegflaschen und Dosen zu setzen, schlug das Umweltbundesamt jetzt ebenso wie wir vor, über eine zusätzliche Umweltabgabe auf Einwegverpackungen nachzudenken.

Um Mehrweg zu fördern reicht es nicht aus, dieses nur besser zu kennzeichnen. Zusätzlich muss es eine Umweltabgabe auf klimaschädliche Einwegverpackungen geben. Sonst rutscht der Mehrweganteil nach dem Teilausstieg von Coca-Cola, dem Marktführer bei Erfrischungsgetränken, ganz ab.

Frau Hendricks Vorschlag zur besseren Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg geht bei weitem nicht weit genug. Es ist wichtig, dass jeder im Geschäft weiß, ob es Einweg oder Mehrweg ist. Dazu muss das auch auf der Verpackung selber stehen, und nicht irgendwo auf einem kleinen Schild in der Ecke des Ladens. Das verbessert nichts.

Ich freue mich, dass sowohl Umweltverbände als auch das Umweltbundesamt über eine Weiterentwicklung des Einwegpfandes und eine zusätzliche Umweltabgabe auf Einweg nachdenken. Wir sind auf ihre Vorschläge gespannt. Die Bundesregierung sah das bei meiner Frage dazu im Plenum letzte Woche leider anders.

Unsere Grünen Vorschläge „Mehrweganteil an Getränkeverpackungen erhöhen“ haben wir im Januar 2015 in den Bundestag eingebracht. Die Diskussion im Umweltausschuss steht kurz bevor. Dann wird sich zeigen, inwiefern die Regierung tatsächlich dazu bereit ist, unsere Vorschläge zur Erhöhung des Mehrweganteils aufzugreifen.

Mehr Informationen:

Presseartikel „Stuttgarter Zeitung“ zur Abgaben auf Einwegflaschen

Bericht von n-tv zur Einwegabgabe

 

 

 

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3 Kommentare zu “Mehrweg fördern – Umweltabgabe auf Einweg
  1. Schary sagt:

    Sehr geehrter Herr Meiwald,

    ihr Engagement für echten Mehrweg bei den Getränkeverpackung in allen Ehren. Sie sprechen sich für eine klare Kennzeichnung aus, ob es sich bei einer Verpackung um Mehrweg-, Einweg-Pfand- oder Einweg-Wegwerfflasche handelt. Soweit so gut, es kann ja nicht schaden, wenn dieser Unterschied schnell und einfach ersichtlich ist. Coca-Cola (welche sich ja leider nicht allzu deutlich zum Mehrweg bekennen) hatte einst eine Regelung, bei der anhand der Farbe der Deckel die Identifikation erleichtert werden sollte.
    Insofern teile ich ihre Meinung.

    Heute äußerten sie gegenüber dem Deutschlandfunk, dass auf Einweg-Flaschen Pfandflasche stünde. Das sei natürlich verwirrend für den Verbraucher/in. Desweitern deuten sie an, ich sei nicht oder nur unzureichend in der Lage, Einweg- und Mehrwegverpackungen zu unterscheiden.
    Ich bin sicher nicht der schlauste Bundesbürger und unterstelle anderen Bürgern/innen mehr Erfahrungen beim Einkauf von Lebensmitteln. Aber den Unterschied zwischen einer Mehrweg-Flasche und einer Einweg-Flasche kann ich erkennen und das Pfand- und Mehrwegflasche nicht dasselbe sind, bemerke ich spätestens, wenn ich die Flasche in den Automaten stecke und mir lautstark des Zerpressen der Flasche entgegentönt. Die wird nie wieder befüllt und dass sollten noch mehr Menschen als ich bemerkt haben.
    Also: Ja, die Unterscheidung einfacher zu machen wäre schön, aber nur, um sie einfacher zu machen, nicht, um sie überhaupt erst zu ermöglichen.

    Ich habe leider das Gefühl, ob von Seiten der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch oder nun in diesem Falle von ihnen als jemand wahrgenommen zu werden, der einfach stumpf durch die Läden läuft und ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, was ihm angeboten wird, alles unreflektiert kauft. Ich glaube doch auch nicht, dass Hähnchenfleisch, dass ich in bundesweit in allen Kühltruhen eines Discounters bekomme, von dem auf der Verpackung stilisiert abgebildeten, idyllischen ländlichen Hofes kommt. Wer glaubt denn das? Ich bin sicher, sie glauben es so wenig wie ich und andere sind mutmaßlich ähnlich schlau.

    Mit freundlichen Grüßen

    Schary

    • Lieber Schary, vielen Dank für Ihre Anmerkung.

      Ich freue mich, dass Sie mein Interview beim Deutschlandfunk zu diesem Thema gehört haben und darauf reagieren. Ich bin davon überzeugt, dass wir beide das Ziel haben, Mehrwegflaschen, die ökologisch besser sind, zu unterstützen. Sicherlich können viele Menschen jetzt schon unterscheiden, was Einweg und was Mehrweg ist. Allerdings sehe ich auch immer wieder Grenzfälle, wo es nicht so einfach ist – bei den vielen unterschiedlichen Optionen, die es gibt.
      Aufgeklärte VerbraucherInnen – wie Sie es offensichtlich sind – können in der Tat auch heute schon die Unterschiede finden, da ist aber noch Verbesserungspotential.
      Darüber hinaus fordere ich aber, im Gegensatz zur Regierung, nicht nur eine bessere Kennzeichnung, denn nur durch bessere Kennzeichnung wird der Mehrweganteil sicher nicht die angepeilten 80% erreichen. Deshalb diskutieren wir hier eine zusätzliche Lenkungsabgabe neben dem Einwegpfand, und dass die Ausnahmen von der Pfandpflicht verringert werden.

      Unseren grünen Antrag finden Sie hier:
      http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/037/1803731.pdf

      Mit besten Grüßen
      Peter Meiwald

  2. Björn Weinbrenner sagt:

    Hallo Herr Meiwald!
    Lassen Sie nicht locker bei dem Thema! Ich habe den Eindruck, dass der „Einweg-Pfand“ dem Verbraucher ein gutes Gewissen beschert, da er seinen Müll ordnungsgemäß zurückbringen kann. Dieses gute Gewissen ist aber nicht berechtigt, wenn es müllvermeidende Alternativen wie Mehrwegflaschen gibt. Hier sehe ich voll allem die Grünen am Zug, die den Einweg-Pfand damals etabliert haben. Dass sich der Konsum von Getränken in Einwegverpackungen so entwickeln würde, konnte damals keine ahnen, jetzt muss nachgebessert werden.
    Viele Grüße
    Björn Weinbrenner

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