Dezentrale Solarspeicher – immer wichtiger für die Energiewende und technisch endlich verfügbar

Große Resonanz fand kürzlich eine Informationsveranstaltung zu dezentralen Solarspeichern, zu der Westerstede Solar e.V. ins Westersteder Café ABRAXAS eingeladen hatte und die ich als Vorsitzender des Solarvereins moderieren durfte.

Der Ocholter Bernd Wever, Key-Account-Manager bei der Bosch Power Tec GmbH, referierte kompetent zu den aktuellen Entwicklungen der Lithium-Ionen-Technologie im Einsatz für die dezentrale Speicherung überschüssigen Solarstroms. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann der lukrative Eigenverbrauch des dezentral auf dem Hausdach erzeugten Ökostroms von normalerweise ca. 25 % auf rund 80 % erhöht werden. Dies soll mit der neuen Bosch-Anlage batterieseitig 20 Jahre und länger mit einer definierten Leistung möglich sein. Dazu gibt es seit Mai diesen Jahres auch noch staatliches Fördergeld über das kfw-Programm 275 (Erneuerbare Energien-Speicher) und als zusätzliches Extra noch eine integrierte Notstromversorgung für den Haushalt.

Angesichts der deutlich gesunkenen Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen kann die Kombination mit einem solchen Eigenverbrauchsspeicher also zu einer klaren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Anlage führen. Außerdem tut man mit der Installation dem Klimaschutz, der Begrenzung einer weiter steigenden EEG-Umlage und der Entlastung unserer Strom-Verteilnetze Gutes wie sich in der Diskussion nach dem Vortrag zeigte.

Einig war sich das Publikum auch in der Einschätzung, dass die Frage der Batterieentwicklung und der Stromspeicherung in der bisherigen Ausgestaltung der Energiewende von der Bundesregierung bisher stiefmütterlich behandelt wurde. Hier gibt es noch großen Nachholbedarf in Forschung, Entwicklung und kostengünstiger Produktion zukünftiger Speichersysteme. Bernd Wever konnte mit seinem Vortrag zumindest zeigen, dass es heute schon möglich ist, hier ein einsatzfähiges Produkt zu präsentieren.

Auch wenn feigenblattartig jetzt das KfW-Speicherprogramm aufgelegt wurde, der bürokratische Aufwand für interessierte InvestorInnen ist angesichts der relativ geringen Fördersumme wieder einmal erschreckend groß, zumal die Förderung nicht direkt als Zuschuss, sondern an einen Förderkredit gebunden ausgezahlt wird. Bei entsprechendem politischen Willen wären hier ganz andere Verfahren möglich.

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