Es ist geschehen

An dieser Stelle möchte ich Primo Levi zitieren, einen Überlebenden des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen“. Was dieser Satz mit meiner Sommertour 2016 zu tun hat? Das werde ich euch erzählen: In Aurich-Sandhorst soll ein  Supermarkt am Rande eines Waldes neu gebaut werden. Dafür müssen mehr als 100 Bäume gefällt werden. Nun hat es ausgerechnet mit diesem Wald im Besitz des Landes Niedersachsen eine traurige Bewandtnis, denn in diesem Wald mussten Gefangene der KZ-Außenstelle Engerhafe Ende 1944 einen Panzergraben ausheben. Dieser Panzergraben sollte als Teil des sogenannten Friesenwalls die Stadt Aurich vor den herannahenden alliierten Truppen sichern.

Am 20.06.2014 (erst 70 Jahre danach) wurde das Mahnmal eingeweiht. Gunnar hat es mir im Wald gezeigt. Es ist erschreckend, wie tief die Gefangenen buddeln mussten. Noch erschreckender müssen die Bedingungen gewesen sein, unter denen sie arbeiten mussten.

Am 20.06.2014 (erst 70 Jahre danach) wurde das Mahnmal eingeweiht. Gunnar hat es mir im Wald gezeigt. Es ist erschreckend, wie tief die Gefangenen buddeln mussten. Noch erschreckender müssen die Bedingungen gewesen sein, unter denen sie arbeiten mussten.

Es ist traurig mitzubekommen, wie wenig Unterstützung die Engagierten der Gedenkstätte KZ Engerhafe von der Lokalpolitik und der Kreispolitik bekommen, um den Wald zu schützen, in dem nachweislich 188 Menschen nicht freiwillig zu Tode gekommen sind. Zu befürchten ist, dass mehr als 1.000 Gefangene, die sich gegen das Terrorregime der Nazis aufgelehnt haben, in diesem Wald verscharrt liegen. Ich frage mich, warum Auricher Sozialdemokraten diesen Menschen, die ihnen politisch nahe gestanden haben, ihr Ansehen nicht bewahren möchten. Der Wald ist Todesstätte und Gedenkort. Ein Bau eines Einkaufszentrums in unmittelbarer Nähe zu diesem Ort des Leidens ist geschmacklos und pietätlos.

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